Ticket (Januar 2014)

14.01.2014

Einmal mehr muss ich an dieser Stelle eine sehr traurige Nachricht mitteilen:

 

Am 15. Januar 2014 musste ich nur knapp ein Jahr, nachdem ich mein geliebtes Shenchen hergeben musste, völlig unerwartet Ticket einschläfern lassen... Alles hat am Sonntag vorher damit begonnen, dass Ticket immer wieder ihre Vulva leckte, da sie diese offenbar störte. Zuerst dachte ich, dass sie aus irgendeinem Grund eine Entzündung an der Vulva hatte. Am nächsten Tag ging ich mit ihr zum Tierarzt. Dieser konnte nichts Konkretes feststellen und gab mir eine Salbe gegen die Entzündung mit. Diese half gar nichts, deshalb habe ich sie am Dienstagmorgen in die Praxis für weitere Untersuchungen gebracht. Am Nachmittag rief mich der Tierarzt an und teilte mir mit, Ticket könne den Schwanz nicht mehr heben und habe neurologische Ausfallerscheinungen in der Hinterhand. Er meinte, es könne evtl. ein Problem im Rücken sein, weshalb er eine Untersuchung beim Neurologen in Luzern vorschlug (mit der Option auf ein Emmery). Also organisierten wir das und ich fuhr sehr besorgt nach Luzern. Dort angekommen meinte der Neurologe, es komme nicht von der Wirbelsäule, es müsse was anderes sein. Deshalb verzichteten wir auf ein Emmery und der Arzt nahm stattdessen Blut. Kurz danach kollabierte Ticket... Sie konnte nicht mehr stehen und atmete sehr schwer. Da wir in einem Spital für Menschen waren, fuhren wir so schnell es ging zur Tierarztpraxis. Dort bekam Ticket eine Infusion und ihr Zustand besserte sich. Die Ärzte wussten immer noch nicht, was ihr fehlte. Über Nacht musste sie in der Praxis bleiben. Mir blieb nichts anderes übrig, als voller Sorge nach Hause zu fahren. Am nächsten Morgen wurde sie von einem sehr guten Internisten untersucht. Dieser teilte mir dann mit, dass Ticket an einem akuten Leberversagen mit unbekannter Ursache leide, sich schon sehr viel Wasser im Bauchraum angesammelt habe und auch die Niere nicht mehr richtig arbeiten würde. Es stünde sehr schlecht um Ticket. Ich bin sofort nach Luzern gefahren und János hat mich auf diesem Weg begleitet, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Alleine hätte ich diesen Nachmittag wohl nicht überstanden... Endlich konnte ich in der Praxis Ticket wieder in meine Arme nehmen. Ihr Bauch war sehr angeschwollen und sie konnte nur sehr schlecht atmen, aber sie hat mich eindeutig erkannt, was am Dienstagnachmittag nicht der Fall war. Es war herzzerreissend, sie so zu sehen. Der Internist hat uns dann erklärt, wie es um Ticket steht und noch eine Zweitmeinung beim Tierspital Zürich eingeholt und die haben das gleiche gesagt wie der Internist. Was Ticket genau hatte und weshalb, konnte mir der Internist nicht sagen, dafür hätte er sie operieren müssen. Die Leber war aber schon so geschädigt, dass sie kaum mehr ein normales Leben hätte führen können, selbst wenn wir ihren Zustand hätten verbessern können. Und die Chancen, etwas zu finden, was man hätte behandeln können, waren nach Einschätzung des Arztes mehr als gering bzw. unwahrscheinlich. Da die Nieren auch nicht mehr richtig arbeiteten, musste ich eine schnelle Entscheidung treffen. Um Ticket nicht weiter zu quälen, habe ich mich sehr schweren Herzens entschlossen, sie zu erlösen. Es ist mir selten im Leben etwas so schwer gefallen. Ich kann kaum fassen, was passiert ist... Es war einer der schrecklichsten Tage meines Lebens.... Es ging alles so unfassbar schnell. Am Sonntag war ich noch an einem Wettkampf mit ihr und sie hat noch ein Podest geholt... Zu einer Autopsie konnte ich mich nicht durchringen. Die Vorstellung, dass sie jetzt noch aufgeschnitten wird, war einfach zu viel für mich. Wir haben sie mitgenommen und gleich ins Krematorium gebracht. Die letzte Reise hat sie auf meinem Schoss gemacht. Ich vermisse Ticket sehr, sie fehlt überall. Sie war eine so liebe, tolle und fröhliche Hündin, die auch noch im Agility toll gearbeitet hat und so ein Ende wirklich nicht verdient hat. Es trifft einfach immer die falschen.... Auch Lexi vermisst sie sehr und meine Tränen fliessen ohne Ende... Es hilft mir ein bisschen, dass der Tierarzt gesagt hat, dass ich nichts falsch gemacht habe und auch die Züchterin keine Schuld trifft. Es kann jeder Hund eine solche Erkrankung bekommen. Die Gründe dafür sind unbekannt, und ich bin froh, dass Ticket nicht noch lange leiden musste. Ich werde den Verlust von Ticket akzeptieren müssen, auch wenn es alles andere als leicht fällt, schliesslich sind noch fünf andere Vierbeiner da, die nicht verstehen, was passiert ist und die mich genauso brauchen wie vorher. Das Geschehene zeigt einmal mehr, dass wir die Zeit, die wir mit unseren geliebten Vierbeinern verbringen dürfen, sehr geniessen müssen, egal ob sie gut arbeiten oder nicht, denn man weiss nie, wie lange man sie noch bei sich haben darf.

 

Sehr traurige Grüsse

 

Franca

 

 

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